Samstag, 28. Februar 2009
„Von Frauenrechten und Kirchenmännern“
Wie die Bundesfrauenvorsitzende der SPÖ, Frau Prammer, in ihrem Text erwähnt, war die Frage des Schwangerschaftsabbruchs bereits in den 70-er Jahren heftig umstritten und löste starke Konflikte aus. Pille und Fristenlösung verhalfen den Frauen damals zu mehr Selbstständigkeit und Eigenbestimmung. Nun will der designierte Weihbischof Gerhard Maria Wagner den Frauen dieses hart erkämpfte Recht wieder streitig machen. Indem er sie als „Mörderinnen“ bezeichnet und sie damit dem schlimmsten Verbrechen überhaupt beschuldigt, setzt er die Betroffenen unter starken moralischen Druck. Frau Prammer wirft die Frage auf, ob sich der Linzer Bischof der Konsequenz seiner Aussagen überhaupt bewusst ist. Wohl kaum, denn sonst würde er die schlimmen Folgen, die ein solches Abtreibungsverbot nach sich ziehen kann, nicht außer Acht lassen: illegale Abtreibungsversuche, gesundheitliche Schäden bis hin zum Tod. Soll dies im Sinne der katholischen Kirche sein? Meiner Meinung nach bedeuten solche Äußerungen einen Rückschritt, der die Entscheidungsfreiheit und damit die Rechte der Frauen stark einschränkt. Schließlich liegt die Hauptverantwortung gegenüber dem Kind bei der Mutter und nicht jede Frau befindet sich in einer Ausgangssituation, die es ihr ermöglicht dem Kind ein gutes Leben zu bieten.
Mit dieser konservativen Denkweise, die völlig an der Realität vorbei geht, wird die katholische Kirche in Zukunft weder an Glaubwürdigkeit noch an Mitgliedern gewinnen.
Montag, 23. Februar 2009
Reis für die Dritte Welt
Neulich habe ich eine tolle Internetseite entdeckt, die ich gerne kurz vorstellen möchte. Auf www.freerice.com kann man Reiskörner für die Dritte Welt spenden und zwar durch Vokabelübungen.
Es gibt englische, deutsche, italienische, französische und spanische Vokabeltrainer. Für jede richtige Antwort werden 20 Körner Reis gespendet. Das ganze wird von unzähligen Unternehmen (Apple, Americen Express, Uniliver etc.), die auf der Seite werben, gesponsort. FreeRice verfolgt zwei Ziele: einerseits möchten sie kostenlose Bildungsmöglichkeiten für jedermann (und -frau) anbieten und andererseits wollen sie dazu beitragen den Hunger auf dieser Welt zu stoppen. Und das Konzept funktioniert hervorragend. Seitdem FreeRice im Oktober 2007 ins Leben gerufen wurde, konnte man mehr als zwei Millionen Menschen mit den erzielten Erträgen ernähren. Im Januar 2009 lag der Stand, der erspielten Reiskörner bei 2,416,239,520. Neben den Vokabeltrainern werden auch noch Fragekategorien wie Kunst, Mathe und Geografie angeboten. Ist also für jeden was dabei!
Täglich sterben laut Angaben der Vereinten Nationen 25 000 Menschen an den Folgen des Hungers, die meisten davon sind Kinder. Das heißt, absofort wird Vokablen gelernt, um fleißig Reiskörner zu spenden.
Freitag, 13. Februar 2009
Bilder, die lügen
Heutzutage sind die Möglichkeiten der Bildbearbeitung riesig. Verschwommene Urlaubsbilder werden im Nu zu perfekten Erinnerungsfotos und rote Augen gehören schon lange der Vergangenheit an. Doch nutzen nicht nur Privatpersonen die unbegrenzte Welt der Bildbearbeitung. Vor allem die Medien bedienen sich gerne mal verschiedener Bearbeitungsprogramme. Da stellt man sich doch die Frage: Wie objektiv können Bilder sein?
Spätestens seit der Medienberichterstattung über den Irak-Krieg ist das Thema der Manipulierbarkeit von Bildern wieder in die Öffentlichkeit gerückt. Es wurden Bilder gezeigt, die völlig aus dem Zusammenhang gerissen und dann von den jeweiligen Kriegsparteien interpretiert wurden.
Fotos sind teilweise gestellt um den sowieso schon grausamen Krieg noch dramatischer darzustellen. Personen, die nicht ins Bild passen, verschwinden ganz einfach. Getötete Soldaten, die bereits abgedeckt und transportbereit gemacht wurden, werden nochmals auf dem Boden gelegt und fotografiert.
Allerdings werden wir nicht nur von veränderten oder inszenierten Bildern getäuscht. Auch falsche Informationen, die einem Bild beigefügt werden, können es zu einer Lüge machen. Es ist erwiesen, dass der Großteil, der Zeitungsleser nur die Bilder und die Überschriften eines Artikels anschauen. So kann man sich nur annähernd vorstellen, wie oft wir täglich durch Verfälschung von Text- und Kontextbezügen manipuliert werden.
Es war eine sehr interessante Ausstellung. Über 300 Beispiele von manipulierten Bildern haben mir bewusst gemacht, wie wichtig es ist, Bildquellen kritisch zu hinterfragen, die Texte genau durchzulesen und auf ihre Zusammenhänge zu überprüfen. Nichts ist eindrucksvoller und verankert sich mehr in unseren Köpfen als Bilder, doch Gewissheit, ob sie tatsächlich der Realität entsprechen, wird nicht mehr gegeben.
Die Fotografie entstand im März 1976 in Leipzig. Es zeigt Kinder einer Kinderstätte nach dem gemeinsamen Bad in gestreiften Frotteeanzügen. Mittwoch, 28. Januar 2009
leer - leerer - Andreas Kopf
Vom schlechten Gewissen geplagt, hat es mich heute wieder einmal auf meinen Blog geführt. Noch schlimmer als befürchtet ist mein letzter Eintrag nun schon fast 1 ½ Monate her. Aber was soll man machen? Leider erinnert mein Kopf momentan sehr an diese Flasche Mineralwasser, die hier vor mir steht – absolute Leere.
Ich überlege mir, was Spannendes passiert ist in letzter Zeit, etwas über das es Wert wäre einen Eintrag zu schreiben. Doch das einzige was mir im Kopf herum schwirrt ist unsere vergiftete Schule, Bewerbungen, die ich noch verschicken sollte und noch mehr solche belanglose Dinge. Nun reicht es mir für heute. Ich bin mir sicher: produktivere Zeiten und sinnvollere Blog-Einträge werden folgen.
Samstag, 13. Dezember 2008
Globalisierung
Nachdem wir gestern den Film „Lets make money“ angeschaut haben und mich das Thema Globalisierung nicht mehr los lässt, möchte ich einen Eintrag darüber verfassen. Schockiert haben mich die Folgen der weltweiten Verflechtung und noch mehr schockiert hat mich, dass der Film die meisten Schüler kaum interessiert hat. Schließlich machen die negativen Seiten der Globalisierung vor keinem von uns halt.
Wir können über das Internet mit Leuten aus der ganzen Welt kommunizieren, wir können das ganze Jahr über frisches Obst essen, wir können billige Kleidung aus China oder Indien kaufen, wir können zu relativ günstigen Preisen Tee und Kaffee genießen, wir können die ganze Welt bereisen. Jaja, viele Vorteile bringt die Globalisierung mit sich. Die Frage ist nur, welchen Preis die Menschen in den Entwicklungsländern dafür bezahlen müssen?
So rasant wie nie zuvor wächst die Wirtschaft. Diesen „Boom“ verdanken wir ganz klar der Globalisierung. Wir verdanken auch ganz klar der Globalisierung, dass die Kluft zwischen arm und reich so groß ist wie nie zuvor. Wem nützt denn die Globalisierung was? Bestimmt nicht den Arbeitern aus Afrika, von denen die meisten weniger als einen Dollar pro Tag verdienen und mit diesem Geld noch viele andere Leute ernähren müssen. Fakt ist, dass die Armut noch mehr ansteigen wird. „In den nächsten 10 Jahren werden in Afrika südlich der Sahara an die 116 Mio und in Lateinamerika etwa 52 Mio Menschen mehr zum Heer der Armen gehören als heute.“ (Prof. Dr. Helmut Altvater, http://www.zeit.de/politik/altvater_hamburg, 13.12.08) Die Unmengen von Geld, die jährlich durch die Ausbeutung der Menschen aus den Entwicklungsländer oder Emerging Countries (wie auch immer der neue Begriff wieder lautet) gescheffelt werden, landen lediglich auf den Konten der ganz Reichen. Wie wir gestern im Film erfahren haben, sind das wahrscheinlich nicht einmal 3 % der Weltbevölkerung.
Eine Zahl die uns zu denken geben sollte. Ein Thema das uns interessieren sollte. Obwohl ich nicht weiß, ob das Interesse von ein paar Schülern, etwas an dieser riesigen Ungerechtigkeit ändern könnte.
Dienstag, 25. November 2008
name-letter-effect
Vor einiger Zeit, erzählte mir mein Bruder über den „name-letter-effect“. Ein Thema, welches er in seinem Psychologiestudium behandelte. Ich hatte vorher noch nie davon gehört und fand es ganz interessant. Und da mein letzter Eintrag nun schon ein Weilchen her ist, erzähl ich euch jetzt etwas darüber.
Petra, Magdalena, Sascha, Corinna, David ... ja, viele schöne Namen gibt es in unserer Klasse. Doch wer wusste, dass unser Name, den unsere Eltern damals liebevoll ausgewählt hatten, unser Leben ständig beeinflusst? Und zwar ohne, dass wir es überhaupt bemerken.
Der „name-letter-effect“ ist die „Tendenz, Buchstaben des eigenen Namens unbewusst anderen Buchstaben gegenüber zu bevorzugen.“ (http://science.orf.at/science/news/150061, 25.11.08)
US-Forscher haben nämlich herausgefunden, dass der erste Buchstabe unseres Namens, unser Handeln beeinflusst. So kauft ein Markus eher ein Mars, während ein Samuel vorher zu einem Snickers greift. Außerdem wohnen laut Statistik viel mehr Phillip in Philadelphia, als in einem anderen Staat. Ein Phillip ist auch eher dazu geneigt eine Phillys zu heiraten. Leider können Namen unsere Leistung auch negativ beeinflussen, so schreibt in einem Test eine Amy eher ein A und ein David ein D. In den USA beginnt die Beurteilungsskala mit A und endet mit F. Forscher haben in einer Wirtschaftsuniversität die Leistungen von Studenten verschiedener Jahrgänge untersucht. Die Studie hat gezeigt, dass jene, deren Namen mit A oder B beginnen, eher die Noten A oder B bekommen, während man bei Studenten mit anderen Initialen keinen Unterschied erkennen konnte.
In Österreich wurden bisher noch keine Studien zum „name-letter-effect“ durchgeführt, doch ist er in der Psychologie schon lange ein Thema.
Freitag, 7. November 2008
Information Overload
Gestern waren wir auf einer Studieninformationsmesse in Innsbruck. Nun steht neben mir eine riesige Tasche mit ca. 15 Kugelschreibern von diversen Universitäten und vielen, vielen Informationen.
Nun kenne ich Studienrichtungen, von denen ich im Leben noch nie gehört habe, wie beispielsweise Önologie. Das ist die Lehre des Weines. Na, wer hätt's gewusst?
Einen Vortrag hab ich mir angehört – Sprachen lernen ist mehr als Sprachen studieren – oder so ähnlich. Ja, wie wär’s denn wenn ich eine Sprache studieren würde? Denn wohin kommt man den heute, wenn man kein Slowenisch oder Russisch spricht? Auch Neugriechisch wäre ganz gut, wenn man das könnte, sagte die nette Universitätsprofessorin. Da hab ich mir dann gedacht, ob es wirklich sinnvoll ist eine Sprache zu lernen, die erstens, kein Mensch mehr spricht und zweitens, ich mir in der Zeit, in der ich mühsam versuche eine solche Sprache zu erlernen, 3 andere Sprachen aneignen könnte. Überhaupt, was mach ich denn mit einem Sprachenstudium? Viele andere Möglichkeiten als den Lehrberuf zu ergreifen, hab ich wohl nicht. Auch wenn die Herren und Damen versucht haben zu erklären, dass man auch andere Berufsaussichten hat. Doch genannt haben sie nicht wirklich welche. Also hab ich den Gedanken wieder verworfen.
Der Rest der mich halbwegs interessieren würde, oder ich mir ansatzweise vorstellen könnte, dass mir das liegt, da heißt es dann immer: „Das kannst du nicht studieren, das studiert jeder – total überlaufen“, oder „Mit so einem Studium hast du keine Berufschancen.“
So sitze ich jetzt hier, neben diesem riesigen Sack voller Prospekte und Broschuren, überflutet von Informationen und weiß noch genau so wenig wie vorher was ich machen will.